Wer einen Gewalttäter verfolgt, in der Absicht, andere zu warnen, ist gesetzlich unfallversichert. So entschied das Sozialgericht Mannheim (Az. S 14 U 1691/13). Dabei reiche die Absicht aus, anderen zu helfen. Wenn der Verfolger dabei eine posttraumatische Belastungsstörung erleide, greife der Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung.

Im vorliegenden Fall hatte ein Bankmitarbeiter beobachtet, wie ein Mann sich auf der Straße aggressiv verhielt, mehrere Passanten verletzte und bedrohte. Er verfolgte den Täter mit der Absicht, weitere Personen vor dem Gewalttäter zu warnen. Letztlich kam ihm jedoch ein anderer Mann zuvor. Als die Polizei eintraf, bewegte sich der Täter trotz mehrfacher Aufforderung auf die Polizisten mit einem Messer zu. Die Beamten gaben einen Warnschuss ab und erschossen dann den Mann. Der Bankmitarbeiter, der als Zeuge alles beobachtet hatte, erlitt eine posttraumatische Belastungsstörung. Die gesetzliche Unfallversicherung verweigerte jedoch jegliche Zahlung.

Das Gericht gab jedoch dem Geschädigten Recht. Der gesetzliche Unfallversicherer müsse auch Personen schützen, die bei einer “gemeinen Gefahr” Hilfe leisten. Dabei spiele es keine Rolle, dass dem Mann in diesem Fall ein anderer mit der Warnung zuvorkam. Es sei nicht erforderlich, dass er tatsächlich eine dritte Person gewarnt habe. Die Hilfsabsicht reiche aus, damit der Schutz greife.