Das Sozialgericht Karlsruhe entschied, dass ein Arbeitnehmer die Beweislast dafür trägt, dass ein Unfall ein tatsächlicher Arbeitsunfall war und nicht ein (erneuter) Suizidversuch (Az. S 4 U 2601/15).

Der Kläger erlitt auf dem Weg in Richtung seiner Arbeit einen Unfall. Gegenüber seiner Ehefrau hatte er mehrfach Suizidabsichten geäußert und einige Monate zuvor auch einen Suizidversuch ausgeübt. Die beklagte Berufsgenossenschaft hat einen Arbeitsunfall in Form eines Unfalls auf dem Weg mit der Begründung abgelehnt, es lägen Hinweise für einen erneuten Suizidversuch vor.

Das Gericht vertrat die Auffassung, in Anbetracht der Gesamtumstände würde die Beweislast bzw. Feststellungslast dafür, dass ein Arbeitsunfall und kein (erneuter) Suizidversuch vorliegt, beim Kläger liegen. Die Berufsgenossenschaft habe im Streitfall zu Recht darauf abgestellt, dass wegen der Erkrankungen des Klägers und dem nachgewiesenen früheren Suizidversuch die Voraussetzungen eines versicherten Arbeitsweges nicht erwiesen seien.