Bei einem Bewerbungsgespräch infolge eines Vermittlungsvorschlags der Arbeitsagentur sind Arbeitslose auf dem Hin- und Rückweg gesetzlich unfallversichert. So entschied das Sozialgericht Konstanz (Az. S 11 U 1929/14). Dieses Urteil wurde auch in zweiter Instanz bestätigt (LSG Baden-Württemberg, Az. L 1 U 5238/14).

Ein Mann bezog Arbeitslosengeld. Auf Veranlassung der Agentur für Arbeit ging er zu einem Bewerbungsgespräch. Auf dem Rückweg stieß er auf dem Fahrrad mit einem Pkw zusammen und zog sich schwerste Hirnverletzungen zu. Mittlerweile ist er pflegebedürftig (Pflegestufe III) und lebt in einem Pflegeheim. Die zuständige Berufsgenossenschaft lehnte die Anerkennung des Unfalls als Arbeitsunfall ab.

Das Gericht vertrat die Auffassung, die Berufsgenossenschaft müsse für die Unfallkosten aufkommen. Die Aufforderung der Arbeitsagentur in dem Vermittlungsvorschlag umfasse nicht nur die Bewerbung, sondern auch das darauffolgende Vorstellungsgespräch. Die erste Kontaktaufnahme und das daran unmittelbar anschließende Vorstellungsgespräch seien eng miteinander verbunden gewesen, denn nur mit einem Vorstellungsgespräch bekomme man auch eine Stelle. Daher gelte auch der Versicherungsschutz der gesetzlichen Unfallversicherung.