Das Sozialgericht Mainz entschied, dass bei der Altersrente die Versicherten die Beweislast für die Zahlung von Rentenbeiträgen während der Ausbildung tragen (Az. S 10 R 511/14).

Im vorliegenden Fall begehrte ein 1954 geborener Mainzer von der Deutschen Rentenversicherung Rheinland-Pfalz die Anerkennung einer nicht abgeschlossenen Ausbildung zum Raumausstatter in den Jahren 1969 bis 1972. Bei Anerkennung dieser Zeiten könne er zu einem früheren Zeitpunkt in Rente gehen, jedoch habe er keine Unterlagen mehr und das Unternehmen existiere nicht mehr bzw. der Inhaber sei verstorben. Nach erfolgloser Recherche der Rentenversicherung bei den betroffenen Krankenkassen, der Deutschen Rentenversicherung Hessen und der Deutschen Rentenversicherung Bund lehnte die Behörde die Anerkennung der Zeiten ab. Eine Bestätigung der Kreishandwerkerschaft, aus der zumindest der Abschluss eines Ausbildungsvertrages hervorging, änderte hieran nichts, da sich aus der Bestätigung kein Nachweis ergebe, dass eine Ausbildungsvergütung gezahlt worden sei und dass Sozialversicherungsbeiträge abgezogen worden seien. Gegen die Entscheidung der Rentenversicherung erhob der Versicherte Klage.

Das SG Mainz wies die Klage ab. Zwar könne davon ausgegangen werden, dass der Kläger tatsächlich in der angegebenen Zeit die geltend gemachte Ausbildung absolvierte, doch führe die Glaubhaftmachung eines versicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnisses nicht dazu, dass auch die Abführung von Sozialversicherungsbeiträgen glaubhaft gemacht sei. Beides müsse getrennt beurteilt werden. Im Fall des Klägers würden sich aber keine Beweise mehr finden. Nach Auffassung des Gerichts gehe diese Nichterweislichkeit zu seinen Lasten.