Die Nachtruhe im Hotelzimmer und ein damit zusammenhängender Toilettengang gehören grundsätzlich nicht mehr zum vom Versicherungsschutz umfassten Bereich. So entschied das Sozialgericht Düsseldorf (Az. S 31 U 427/14).

Ein Diplom-Ingenieur befand sich auf Dienstreise und übernachtete in einem Hotel. In der Nacht stand er auf, um zur Toilette zu gehen. Dabei verhakte er sich mit beiden Füßen im Bettüberwurf und stürzte. Bei diesem Sturz zog er sich einen Bruch eines Wirbelkörpers zu. Die Berufsgenossenschaft lehnte eine Entschädigung ab, da das nächtliche Aufstehen dem sog. eigenwirtschaftlichen Bereich zuzuordnen sei. Eine solche Sturzgefahr sei auch im privaten Lebensbereich regelmäßig gegeben. Der Ingenieur war der Ansicht, dass er sich bei Dienstreisen in unbekannter Umgebung aufhalte und hiermit eine besondere Gefahr verbunden sei.

Das SG Düsseldorf schloss sich der Argumentation des Klägers nicht an, da kein innerer Zusammenhang zwischen der versicherten Tätigkeit und dem Unfall bestehe. Die Nachtruhe im Hotelzimmer und die damit zusammenhängenden Verrichtungen würden grundsätzlich nicht mehr zum vom Versicherungsschutz umfassten Bereich gehören. Ausnahmen seien nicht ersichtlich. Wird ein Unfall durch eine gefährliche Einrichtung ausgelöst, die der Versicherte wegen eines auswärtigen Dienstgeschäftes benutzen muss, könne es sich um einen Arbeitsunfall handeln. Toilette oder Bettüberwurf würden jedoch keine gefährliche Einrichtung des Hotelzimmers darstellen.