Ein Fernfahrer hat auch dann Anspruch auf Zuschläge für Nachtarbeit, wenn er höhere Spesen als andere Arbeitnehmer erhält. Wenn die Abgeltung für die Nachtarbeit im monatlichen Lohn enthalten sein soll, müsse das deutlich aus dem Arbeitsvertrag hervorgehen. So entschied das Landesarbeitsgericht Rheinland-Pfalz (Az. 2 Sa 292/15).

Ein Fernfahrer arbeitete befristet für ein Unternehmen. Nach Ende des Arbeitsverhältnisses klagte er auf Zahlung von Nachtzuschlägen. Der Arbeitgeber war der Auffassung, der Lohn beinhalte bereits die Nachtzuschläge. Darauf habe er den Angestellten ausdrücklich bei Beginn des Arbeitsverhältnisses hingewiesen. Zudem würden im Fernverkehr eingesetzte Fahrer erhöhte Spesen erhalten. Nachtzuschläge bekämen lediglich die Mitarbeiter im Nahverkehr.

Das Gericht entschied jedoch, dass der Fernfahrer Anspruch auf einen Zuschlag für die Nachtarbeitszeiten hat. Der Arbeitsvertrag habe keine Anhaltspunkte dafür enthalten, dass die Monatsvergütung den Zuschlag für die Nachtarbeit umfasse. Das sei jedoch Voraussetzung, denn selbst wenn der Arbeitgeber mündlich darauf hingewiesen haben sollte, sei dem Vertrag nicht zu entnehmen, in welcher Höhe eine solche pauschale Abgeltung vereinbart wurde. Die Zahlung von höheren Spesen sei kein Gegenargument. Dabei handele es sich nämlich nicht um einen Ausgleich für die mit der Nachtarbeit verbundenen Erschwernisse.