Der Kläger war bis zu einem Arbeitsunfall im Jahr 2011 über 14 Jahre als Gerüstbauer, Gipser, Stuckateur und Bauhelfer beschäftigt. Anfang 2014 begehrte er von der Berufsgenossenschaft die Feststellung und Entschädigung einer Kniegelenksarthrose rechts als Berufskrankheit. Er gab an, dass er bei seiner Tätigkeit in erheblichem Umfang Belastungen durch Arbeiten im Knien, Hocken und Kriechen ausgesetzt gewesen sei. Bereits 1992 musste ihm wegen eines Innenmeniskusrisses, eines Knorpelschadens und einer medialen Gonarthrose der Innenmeniskus rechts vollständig entfernt werden. Bei der damaligen Aufnahmeuntersuchung hatte er jedoch über bereits seit der Kindheit bestehende Schmerzen am rechten Kniegelenk geklagt. Die Berufsgenossenschaft lehnte die Anerkennung als Berufskrankheit ab.

Das Sozialgericht Karlsruhe hielt die Entscheidung für rechtmäßig. Die Feststellung einer Gonarthrose als Berufskrankheit setze eine primäre Kniegelenkserkrankung voraus (Az. S 1 U 2600/15). Es könne daher offenbleiben, ob der Kläger die sog. arbeitstechnischen Voraussetzungen der streitigen Berufskrankheit erfüllte, denn der geltend gemachte Anspruch scheitere aus medizinischen Gründen. Der Kläger leide an einer sekundär, nämlich aufgrund der Entfernung des Innenmeniskus entstandenen Veränderung des rechten Kniegelenks. Die Entfernung des Meniskus stelle nach medizinisch-wissenschaftlicher Lehrmeinung eine gesicherte Konkurrenzursache für die Entwicklung einer Gonarthrose dar. Bei diesem konkurrierenden Faktor scheide auch bei gegebenen beruflichen Voraussetzungen mangels gesicherter Erkenntnisse für ein multiplikatives Zusammenwirken in Bezug auf die Entwicklung einer Gonarthrose eine Anerkennung als Berufskrankheit aus.