Das Landesarbeitsgericht Düsseldorf entschied, dass Arbeitnehmer nicht von ihrem Diensttelefon aus bei kostenpflichtigen Gewinnspielen anrufen dürfen. Dies gelte auch dann als pflichtwidrig, wenn private Telefongespräche erlaubt sind. Allerdings sei bei Verstößen eine fristlose Kündigung nicht unbedingt gerechtfertigt (Az. 12 Sa 630/15).

Im vorliegenden Fall gestattete ein Arbeitgeber seinen Mitarbeitern, die Telefonanlage für private Telefonate zu nutzen. Für kostenpflichtige Sonderrufnummern gab es keine betrieblichen Regelungen. Eine Arbeitnehmerin rief in ihrer Pause 37 Mal bei einem Telefongewinnspiel an, das 0,50 Euro pro Anruf kostete. Das ging aus der Telefonrechnung für Januar 2015 hervor. Daraufhin kündigte der Arbeitgeber ihr fristlos, hilfsweise ordentlich.

Das LAG Düsseldorf stufte das Verhalten der Arbeitnehmerin als Pflichtverletzung ein. Allerdings werde das Ausmaß der Pflichtverletzung dadurch gemindert, dass keine betriebliche Regelung zum Telefonieren am Arbeitsplatz vorhanden gewesen sei. Das Gericht ließ jedoch offen, ob eine ordentliche Kündigung gerechtfertigt wäre, da diese durch die Klage nicht angegriffen wurde.