Eine sozialversicherungspflichte Beschäftigung ist die nichtselbständige Arbeit, insbesondere in einem Arbeitsverhältnis. Anhaltspunkte für eine Beschäftigung sind u. a. eine Tätigkeit nach Weisungen und eine Eingliederung in die Arbeitsorganisation des Arbeitgebers.

Das Sozialgericht Heilbronn entschied, dass ein Handballverein für Trainer seiner Herren- und Damenmannschaften Sozialversicherungsbeiträge nachzahlen muss, denn der Handballverein habe die beiden Trainer abhängig beschäftigt (Az. S 11 R 3919/13).

Der Handballverein hatte dem Trainer der Herrenmannschaft (HT) ein monatliches “Bruttogehalt” von 3.450 Euro (inkl. “steuerfreien Zuschlägen” und Fahrtkosten in Höhe von monatlich je 700 Euro) gezahlt. Wegen unzureichenden sportlichen Erfolgs wurde HT im Dezember 2009 entlassen, erhielt nach anwaltlicher Intervention aber bis zum Vertragsende im Juni 2010 die vereinbarte Vergütung weiter. Die Trainerin der Damenmannschaft (DT) erhielt (bis zur einvernehmlichen Trennung aufgrund der weiten Anfahrt) eine monatliche Pauschale von 600 Euro zzgl. 150 Euro für das Training der A-Juniorinnen. Die Deutsche Rentenversicherung Bund forderte nach einer Betriebsprüfung vom Handballverein Sozialversicherungsbeiträge von mehr als 20.000 Euro nach, denn der Handballverein habe die beiden Trainer abhängig beschäftigt.

Das Gericht gab der Rentenversicherung Recht. Beide Trainer seien sozialversicherungspflichtig, da sie in den Vereinsbetrieb eingegliedert gewesen seien und kein unternehmerisches Risiko getragen hätten. Sie hätten weder eigenes Kapital noch nennenswert eigene Betriebsmittel eingesetzt. Vielmehr seien die notwendigen Arbeitsmittel (wie Bälle, Leibchen, Trikots etc.) gestellt worden. Die Trainingszeiten seien ebenso wie die Einsatzzeiten an Spieltagen vorgegeben gewesen. Die beiden Handballtrainer hätten auch keinen bestimmten Erfolg geschuldet. Der Handballverein habe das jeweils pauschal vereinbarte Honorar sogar bei Verhinderung (z. B. wegen Erkrankung) bzw. nach Entlassung des HT weitergezahlt. Das Weisungsrecht des Handballvereins sei auch daraus deutlich geworden, dass HT im Dezember 2009 (gegen seinen Willen) von seiner Tätigkeit als Trainer vollumfänglich freigestellt worden sei. Soweit seinerzeit DT zeitweise auch anderweitig als Trainerin tätig und HT als Schulleiter einer Privatschule beschäftigt gewesen sei, so könne in sozialversicherungsrechtlicher Hinsicht ohne Weiteres eine Mehrfachbeschäftigung vorliegen.