Die Berufsgenossenschaft lehnte eine Entschädigung bei einem Hundebiss ab. Da die Geschädigte aufgrund der Hundebetreuung weder in einem Beschäftigungsverhältnis noch in einem arbeitnehmerähnlichen Verhältnis zu dem Hundehalter gestanden habe, liege kein gesetzlich versicherter Arbeitsunfall vor. Die Entscheidung hielt das Hessische Landessozialgericht für rechtmäßig (Az. L 3 U 171/13).

Im vorliegenden Fall hatte ein Mann eine Bekannte gebeten, während seines mehrwöchigen Urlaubs seinen Hund zu betreuen. Die Frau war früher selbst Hundebesitzerin. Sie sollte den Hund füttern, ausführen und durfte ihn mit zu sich nach Hause nehmen. Während sie mit ihm bei sich zu Hause spielte, sprang das Tier plötzlich auf und biss ihr in Gesicht und Hals. Sie wurde hierbei schwer verletzt.

Die Berufsgenossenschaft verneinte einen Arbeitsunfall und lehnte eine Entschädigung ab. Übliche Gefälligkeiten unter Bekannten seien grundsätzlich nicht gesetzlich unfallversichert. Das bloße Betreuen eines Hundes sei üblicherweise auch keine Tätigkeit eines abhängig Beschäftigten.

Die Klägerin unterlag mit ihrer Klage in zwei Instanzen. Sie sei nicht arbeitnehmerähnlich tätig geworden. Sie sei auch nicht als sog. “Wie-Beschäftigte” gesetzlich unfallversichert. Der Mann habe ihr – auch aufgrund ihrer Fachkunde als ehemalige Tierhalterin – vielmehr bei der Ausgestaltung der Betreuung des Hundes weitgehend freie Hand gelassen. Es habe sich daher eher um eine selbständige Geschäftsbesorgung oder selbständige Dienstleistung gehandelt.