Ein Arbeitnehmer begehrte von der Berufsgenossenschaft (BG) u. a. Maßnahmen der Heilbehandlung aus Mitteln der Gesetzlichen Unfallversicherung wegen eines Innenmeniskushinterhornrisses und weiterer Veränderungen am rechten Kniegelenk. Das Sozialgericht Karlsruhe entschied jedoch, dass der vom Kläger geschilderte Unfallhergang nach wissenschaftlichen Erkenntnissen bereits dem Grunde nach nicht geeignet gewesen sei, einen Riss des Innenmeniskus rechts zu bewirken. Die Verweigerung von Leistungen seitens der BG sei daher rechtmäßig (Az. S 1 U 2298/16).

Der Kläger hatte gegenüber der BG angegeben, er sei während seiner Arbeit von einer Palette abgerutscht und aus rd. 1 m Höhe zunächst auf beide Füße und dann auf die rechte Körperseite gefallen. Die Durchgangsärztin konnte am Unfallfolgetag keine krankhaften Veränderungen der Kniegelenke objektivieren und diagnostizierte u. a. eine Prellung und Schürfwunden am rechten Unterschenkel. Nachdem der Kläger fünf Wochen nach dem Unfallereignis seine Tätigkeit wieder aufgenommen hatte, stellte er sich wegen fortbestehender Kniegelenksbeschwerden weitere 7 Wochen später erneut bei der Durchgangsärztin vor. Ein sodann veranlasstes MRT ergab u. a. einen Innenmeniskushinterhornriss rechts. Die BG lehnte Leistungen ab, weil der Meniskusriss nicht mit Wahrscheinlichkeit ursächlich auf den Arbeitsunfall zurückzuführen sei.

Das Gericht hielt diese Einschätzung der BG für rechtmäßig. Die Erstbefunde der Durchgangsärztin in Bezug auf die Kniegelenke seien unauffällig gewesen. Der Annahme eines ursächlichen Zusammenhangs würde der fehlende Nachweis von Begleitverletzungen am Kapsel-Band-Apparat entgegenstehen. Es entspreche herrschender medizinisch-wissenschaftlicher Lehrmeinung, dass es einen “isolierten Meniskusriss” ohne verletzungsspezifische Begleitverletzungen an anderen Strukturen des betroffenen Kniegelenks nicht gebe.