Das Sozialgericht Darmstadt entschied, dass einem Bezieher von Hartz IV-Leistungen kein Anspruch auf Mehrbedarf wegen kostenaufwändiger Ernährung zusteht (Az. S 20 AS 331/14).

Im vorliegenden Fall bezog der Kläger seit 2008 Hartz IV und beantragte im Jahr 2013 zusätzliche Leistungen für laktosefreie Kost. Ein Schreiben seines Hausarztes, wonach bei ihm eine Laktoseintoleranz bestehe, legte er dem Antrag bei. Die Behörde lehnte den Antrag ab. Sie war der Ansicht, bei dieser weitverbreiteten Lebensmittelunverträglichkeit würde es genügen, milchzuckerhaltige Kost zu meiden. Dies sei nicht mit besonderen Kosten verbunden, da mittlerweile in vielen Discountern günstige laktosefreie Produkte angeboten würden. Die Behörde könne nur einen Mehrbedarf an Leistungen anerkennen, wenn der Hilfeempfänger unter massivem Untergewicht leide und bei der Ernährungsumstellung ein Gewichtsverlust ausgeglichen werden müsse.

Das SG Darmstadt wies die Klage ab. Nach Auffassung des Gerichts sei die Laktoseintoleranz zwar als eine Erkrankung anzusehen, die notwendige Krankenkost sei jedoch im Vergleich zur üblichen Ernährung nicht kostenaufwändiger.