Das Bundessozialgericht entschied, dass ein versicherter Betriebsweg voraussetzt, dass ein Weg im unmittelbaren Betriebsinteresse zurückgelegt wird. Daher sei der Weg zur Arbeit nach einem Arztbesuch nicht versichert. Ein Unfallversicherungsschutz auf einem Weg von einem anderen Ort als dem Ort der Wohnung zur Arbeitsstätte würde dann bestehen, wenn der Aufenthalt an dem dritten Ort “angemessen” sei (Entfernung, Zweck) und der tatsächliche oder geplante Aufenthalt des Versicherten an diesem sog. dritten Ort mindestens zwei Stunden dauere (Az. B 2 U 16/14 R).

Im vorliegenden Fall musste der Kläger gesundheitsbedingt mehrmals jährlich sein Blut untersuchen lassen. Mit seinem Arbeitgeber hatte er abgesprochen, dass er hierfür morgens zum Arzt fährt und dann etwas später zur Arbeit kommt. Am Unfalltag war er morgens mit dem Fahrrad in die Praxis seines Hausarztes gefahren, die er nach 40 Minuten wieder verließ. Von dort aus brach er zu seinem Arbeitsort auf, wobei er auf dem Weg mit einem Auto zusammenstieß und Verletzungen erlitt. Der Kläger klagte auf Anerkennung des Ereignisses als Arbeitsunfall.

Das BSG wies die Klage ab. Zwar könne der Weg zur Arbeit – beispielsweise nach einer Übernachtung außerhalb der eigenen Wohnung – auch an einem “dritten Ort” beginnen, wenn dies nicht zu einem unverhältnismäßig weiten Arbeitsweg führe und der Aufenthalt am “dritten Ort” müsse mindestens zwei Stunden gedauert haben. Doch im Streitfall sei die Arztpraxis kein solcher “dritter Ort”. Der Weg von dort zur Arbeit sei daher nicht versichert.