Bei einem Unfall auf dem Weg von der Arbeitsstelle nach Hause handelt es sich um einen in der gesetzlichen Unfallversicherung versicherten Arbeitsunfall (Wegeunfall). Dies gilt nach einer Entscheidung des Sozialgerichts Stuttgart nicht, wenn eine Arbeitnehmerin mit einem Pkw fährt und wegen des Eingangs einer SMS auf dem privaten Handy anhält, um danach zum Lesen in eine Parkbucht abzubiegen und ihr Auto dabei von einem auffahrenden Pkw gerammt wird (Az. S 1 U 6296/14).

Das Gericht hat einen versicherten Arbeitsunfall verneint, weil die durch den Auffahrunfall verursachten gesundheitlichen Einwirkungen (Prellung von zwei Fingern und Verdacht auf HWS Distorsion) nicht infolge des Zurücklegens des versicherten Wegs aufgetreten sind. Die Klägerin habe, indem sie ihr Fahrzeug anhielt, selbst die maßgebliche und unmittelbare Ursache für den Auffahrunfall gesetzt. Sie habe aus einem privatwirtschaftlichen Beweggrund die Fahrt nach Hause unterbrechen wollen. Das habe sich unmittelbar in dem objektiv nach außen beobachtbaren Verhalten, dem Blinken und Abbremsen ihres Fahrzeugs, geäußert. Sie habe ihr Fahrzeug bis zum Stillstand abgebremst, um über die Gegenfahrbahn in eine Parkbucht zu fahren, wo sie auf ihrem privaten Handy eine SMS lesen wollte. Das Lesen der SMS sei als rein privatwirtschaftliche Handlung nicht versichert. Einen Nachweis für einen Zusammenhang mit der versicherten Tätigkeit habe die Klägerin nicht erbracht.