Das Sozialgericht Dresden entschied, dass es der gesetzlichen Krankenkasse nicht zusteht, bei der Gewährung von Kathetern und Bettbeuteln das individuelle Trinkbedürfnis zu reglementieren (Az. S 47 KR 105/13).

Im vorliegenden Fall hatte ein Mann bei einem Motorradunfall eine Niere verloren und war seitdem querschnittsgelähmt. Zur Blasenentleerung muss er sich selbst katheterisieren. Er beantrage bei der Krankenkasse die Übernahme der Kosten für mehr Katheter und Bettbeutel, da er täglich ca. 3 ½ l trinke. Die Krankenversicherung hielt das für “unphysiologisch” und nicht medizinisch notwendig. Sie bewilligte lediglich jeweils so viele Katheter und Bettbeutel, wie bei einer täglichen Trinkmenge von 2 ½ l erforderlich seien.

Das Sozialgericht gab der Klage des Mannes nach Einholung von medizinischen Unterlagen überwiegend statt. Die Menschenwürde verbiete es, hinsichtlich des individuellen Trinkbedürfnisses von Durchschnittswerten auszugehen. Der erhöhte Katheter- und Bettbeutelverbrauch beruhe zudem auf dem persönlichen Sicherheitsbedürfnis des Klägers. Auch diesbezüglich sei die Krankenversicherung nicht berechtigt, den Kläger zu reglementieren. Das Sozialgericht verurteilte die Krankenkasse zur Versorgung des Klägers mit 8 statt der bewilligten 6 Katheter und Bettbeutel pro Tag.

Gegen das Urteil hat die Krankenkasse jedoch Berufung zum Sächsischen Landessozialgericht in Chemnitz erhoben.