Das Sozialgericht Koblenz entschied, dass eine unter totalem Haarausfall leidende Frau jährlich Anspruch auf Versorgung mit einer Echthaarperücke hat (Az. S 9 KR 756/15 und S 9 KR 920/16).

Im vorliegenden Fall war die beklagte Krankenkasse bereits mit Urteil des Sozialgerichts Koblenz vom 01.10.2015 verpflichtet worden, der Klägerin die Kosten für eine 2014 beschaffte Echthaarperücke zu erstatten. Dies hatte die Krankenkasse mit der Begründung abgelehnt, eine Kunsthaarperücke sei ausreichend. 2015 und 2016 beschaffte sich die Klägerin neue Perücken, da nach jeweils einjähriger Tragedauer die Perücken aufgetragen gewesen seien.

Das Sozialgericht entschied, dass die Beschaffung der neuen Perücken gerechtfertigt war. Selbst nach einer Reparatur, die zwischen 8 bis 12 Wochen dauere, seien die Perücken nur noch eingeschränkt benutzbar, etwa beim Sport, um die neue Perücke zu schonen. Als Dauerversorgung seien die ein Jahr alten Perücken trotz sorgfältiger Pflege nicht mehr geeignet gewesen. Der Auffassung des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung und der Krankenkasse, auch eine Echthaarperücke könne über mehrere Jahre genutzt werden und die Klägerin müsse während des Zeitraums einer Reparatur die Haarlosigkeit durch Tragen eines Kopftuchs kaschieren, erteilte das SG Koblenz eine Absage.