Das Bundessozialgericht entschied, dass ein Versicherter von seiner Krankenkasse Erstattung von Leistungen verlangen kann, wenn diese auf beantragte Übernahme von Kosten sechs Wochen lang nicht reagiert (Az. B 1 KR 25/15 R).

Im vorliegenden Fall hatte die Krankenkasse den Antrag des Klägers auf Übernahme der Kosten für 25 Sitzungen psychotherapeutische Leistungen als Langzeittherapie erst nach knapp sechs Wochen abgelehnt, ohne ihn darüber zu informieren, dass sie noch ein Gutachten einholen wolle. Der Kläger zahlte daher die Leistungen selbst und verlangte dann die Erstattung von 2.200 Euro.

Das BSG gab dem Kläger – wie schon die Vorinstanzen – Recht. Sein nach dem 25. Februar 2013 gestellter Antrag gelte als genehmigt. Er habe die begehrte Therapie, die nicht offensichtlich außerhalb des Leistungskatalogs der gesetzlichen Krankenversicherung liege, aufgrund der Einschätzung seiner Therapeutin für erforderlich halten dürfen. Die Krankenkasse habe über den Antrag nicht binnen drei Wochen entschieden, ohne hierfür Gründe mitzuteilen. Die Leistung sei im Zeitpunkt der Beschaffung erforderlich gewesen. Durch die Selbstbeschaffung der Leistungen seien dem Kläger 2.200 Euro Kosten entstanden. Diese müsse die Krankenkasse übernehmen.