Das Landessozialgericht Rheinland-Pfalz entschied, dass gesetzliche Krankenkassen ihren vegetarisch und vegan lebenden Mitgliedern nicht pauschal anbieten dürfen, Zusatzkosten für Blutuntersuchungen zu übernehmen. Das gelte auch für spezielle Beratungen und ärztliche Aufklärung (Az. L 5 KR 66/15). Das Gericht wies damit die Klage einer Betriebskrankenkasse gegen die Bundesrepublik Deutschland, vertreten durch das Bundesversicherungsamt, ab.

Eine gesetzliche Krankenkasse hatte Mitgliedern, die vegetarisch bzw. vegan leben, angeboten, Zusatzkosten für Blutuntersuchungen zu übernehmen. Diese stufte die Kasse als notwendige Vorsorge ein, mit der Krankheiten aufgrund einer Mangelernährung vorgebeugt werden könnte. Das Bundesversicherungsamt lehnte eine entsprechende Regelung in der Satzung der Krankenkasse ab.

Das Gericht hielt den Einwand des Bundesversicherungsamts für berechtigt. Die pauschale Regelung in der Satzung sei unrechtmäßig. Bei vegetarischer und veganer Ernährung gebe es nicht automatisch einen Mangel des Vitamins B 12 und daraus folgende Krankheiten. Eine medizinische Vorsorge sei eine individuelle und konkrete Leistung.