Ein Arbeitnehmer kann unter Umständen Schadenersatz verlangen, wenn er durch das Verschulden des Arbeitgebers einen Bonus nicht bekommt. Das kann z. B. dann der Fall sein, wenn der Arbeitnehmer einen Bonus erhalten soll, wenn er bestimmte Ziele erreicht, der Arbeitgeber jedoch kein Zielvereinbarungsgespräch führt. So entschied das Landesarbeitsgericht Rheinland-Pfalz (Az. 8 Sa 201/15).

Geklagt hatte ein Systemanalytiker, der in einem Unternehmen arbeitete, das Logistiksysteme vertreibt. Er erhielt ein monatliches Gehalt von 3.500 Euro und nahm darüber hinaus an einem freiwilligen Bonusplan teil. Das Unternehmen zahlte ihm monatlich zusätzlich 567 Euro als Bonus. Für das Jahr 2013 existierte ein vorgegebener Bonusplan. Für das Jahr 2014 stellte der Arbeitgeber jedoch keinen solchen Bonusplan auf. Der Systemanalytiker kündigte unter Einhaltung der vertraglichen Kündigungsfrist. Wegen des fehlenden Bonusplans meinte der Arbeitgeber, ihm für 2014 keinen monatlichen Bonus zahlen zu müssen. Zudem zog er bereits gezahlte Beträge vom letzten Monatsgehalt ab.

Das Gericht war hingegen der Auffassung, der Mitarbeiter habe Anspruch auf das monatliche Gehalt und den Bonus. Der Bonusplan sei Bestandteil des Arbeitsvertrages gewesen. Daher hätte der Arbeitgeber Zielvorgaben machen oder Ziele vereinbaren müssen. Wenn der Arbeitgeber seiner Pflicht nicht nachkomme, habe der Arbeitnehmer Anspruch auf Schadenersatz in Höhe des üblichen Bonus.