Journalisten sind oft in Medienhäusern als freie Mitarbeiter beschäftigt, üben aber ähnliche Tätigkeiten wie Festangestellte aus. Daher ist zu entscheiden, ob in den jeweiligen Fällen eine Selbständigkeit oder ein Arbeitnehmerstatus vorliegt. Als Kriterien für eine Selbständigkeit gelten u. a. das nicht weisungsgebundene Arbeiten, Arbeiten für mehrere Auftraggeber und Einsatz eigener Arbeitsmittel.

Das Landessozialgericht Rheinland-Pfalz entschied, dass eine Moderatorin, die in einer regelmäßigen Radio-Show weisungsfrei arbeitet, als Selbständige beschäftigt ist. Der Sender müsse daher keine Beiträge zur gesetzlichen Renten-, Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung zahlen (Az. L 6 R 95/14).

Das Gericht hielt es für erwiesen, dass die Moderatorin – ebenso wie ihr Co-Moderator – bei dem privaten Radiosender selbst über die Inhalte der Sendung entschied und nicht weisungsgebunden arbeitete. Sie sei daher selbständig tätig. Von besonderer Bedeutung sei für die Abgrenzung, dass es sich um eine sog. “Personality-Show” gehandelt habe, die von den Personen der Moderatoren lebe, die ihre Moderation selbst geschrieben und über die behandelten Themen eigenständig entschieden hätten.