Das Landessozialgericht Bayern entschied, dass ein selbständiger Versicherungsmakler, der an einen Maklerpool angebunden ist, rentenversicherungspflichtig sein kann (Az. L 1 R 679/14).

Ein selbständiger Versicherungsmakler vermittelt Versicherungen diverser Versicherungsunternehmen an zahlreiche Endkunden. Dabei ist er an einen sog. Maklerpool angebunden. Hierbei handelt es sich um eine Gesellschaft, die für ihn u. a. die Verbindung zu den einzelnen Versicherungsgesellschaften herstellt, die Provisionen unter Einbehalt eines Eigenanteils abrechnet und ihm diverse Verwaltungsarbeiten abnimmt. Der Träger der Rentenversicherung hat den Makler als rentenversicherungspflichtig eingestuft.

Das Gericht teilte diese Einschätzung. Selbständige seien in der Rentenversicherung versicherungspflichtig, wenn sie keinen versicherungspflichtigen Arbeitnehmer beschäftigen und auf Dauer und im Wesentlichen nur für einen Auftraggeber tätig seien. Das treffe auf den Kläger zu. Seine Auftraggeber seien nicht die Endkunden, sondern der Maklerpool. Der Kläger sei wirtschaftlich von diesem abhängig und damit sozial schutzbedürftig. Durch den Maklerpool erlange er Zugang zu den einzelnen Versicherungsgesellschaften. Durch die Zusammenarbeit mit dem Maklerpool könne er den Endkunden bessere Angebote unterbreiten. Schließlich sei er auch auf die Erledigung der Verwaltungsarbeiten durch diesen angewiesen. Durch die Anbindung an den Maklerpool bedürfe er ähnlich wie ein abhängig Beschäftigter des Schutzes der gesetzlichen Rentenversicherung.