Wenn ein Angestellter auf dem Weg zur Arbeit sein auf dem Innenhof geparktes Auto rausfährt und anschließend zurück zum Hoftor geht, um dieses abzuschließen, ist er auch auf diesem Teil des Weges unfallversichert. So entschied das Hessische Landessozialgericht (Az. L 3 U 108/15).

Im vorliegenden Fall wollte ein Hausmeister mit seinem Pkw zu Arbeit fahren. Er öffnete das Hoftor auf seinem Grundstück, fuhr den Pkw aus dem Hof heraus und stieg aus dem Auto aus, um das Hoftor zu schließen. Dabei rutschte er auf eisglatter Fahrbahn aus und erlitt eine schwere Schulterverletzung. Die Berufsgenossenschaft wollte nicht zahlen, weil der Verunglückte den Weg zur Arbeit aus privaten Gründen unterbrochen habe.

Das Gericht gab jedoch dem Verletzten Recht. Es handele sich um einen Wegeunfall. Die Berufsgenossenschaft müsse den Kläger entschädigen. Die Wegeunfallversicherung solle den Versicherten bei Unfällen schützen, die er auf dem Hin- und Rückweg zur Arbeitsstätte erleide, da er diesen Weg auch im Interesse des Betriebes in einer auf die versicherte Tätigkeit bezogenen Handlungstendenz zurücklege. Das Verlassen des Pkw und der Rückweg zum Hoftor, um dieses zu schließen, seien in den Hinweg zur Arbeit “eingeschobene Verrichtungen”. Sie stünden im inneren Zusammenhang mit dem Zurücklegen dieses Hinweges. Ganz kurze und geringfügige Unterbrechungen würden diesen Zusammenhang nicht beseitigen, selbst wenn diese aus eigenwirtschaftlichen Interessen erfolgten.