Das Sozialgericht Detmold hat in einem rechtskräftigen Urteil entschieden, dass die Teilnahme an einem Firmenlauf unter dem Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung steht (Az. S 1 U 99/14).

Im vorliegenden Fall war die Klägerin nach einem Firmenlauf beim Überqueren einer Straße gestürzt und hatte sich dabei Verletzungen am Knie und im Gesicht zugezogen. Der beklagte Unfallversicherungsträger war der Ansicht, es könne nicht unterstellt werden, dass alle Mitarbeiter des Arbeitgebers aufgrund ihrer konditionellen Fähigkeiten in der Lage gewesen wären, an einem solchen Laufwettbewerb teilzunehmen. Des Weiteren sei die erforderliche Mindestbeteiligungsquote von 20 % der Belegschaft nicht erfüllt, da von 30.000 Beschäftigten insgesamt nur 1.200 Mitarbeiter an dem Lauf teilgenommen hätten.

Dieser Einschätzung folgte das SG Detmold nicht und gab der Klage statt. Nach Auffassung des Gerichts könne eine feste Mindestbeteiligungsquote als starre Grenze ohnehin nicht gefordert werden, vielmehr seien immer die konkreten Verhältnisse im Einzelfall im Rahmen der anzustellenden Gesamtbetrachtung ausschlaggebend. Es sei bei einer Quote von 16 % nicht von einem eindeutigen Missverhältnis auszugehen. Aus Vertrauensschutzgesichtspunkten müsse Versicherungsschutz bejaht werden, da die Beteiligungsquote zum Zeitpunkt der Anmeldung noch nicht feststehen würde. Des Weiteren war das Programm so gestaltet, dass der Gemeinschaftsgedanke im Unternehmen im Vordergrund stand.