Das Sozialgericht Detmold entschied, dass die gesetzliche Unfallversicherung einstehen muss, wenn der Tod bei einem Badeausflug eintrat, der Bestandteil der versicherten Tätigkeit des Verstorbenen gewesen ist (Az. S 1 U 14/13).

Im vorliegenden Fall war der Pressesprecher einer internationalen Hilfsorganisation bei einem Badeausflug im Meer ertrunken. Er hatte sich mit einer Rundfunkreporterin in Ghana aufgehalten, um diese während ihrer Recherchearbeiten zu Projekten der Hilfsorganisation zu begleiten. Für den letzten Tag seiner Reise waren abends Abschlussinterviews geplant. Zuvor unternahmen sie einen Badeausflug, bei dem es zu dem tödlichen Unfall kam. Die gesetzliche Unfallversicherung lehnte die Zahlung einer Hinterbliebenenrente ab.

Das Gericht vertrat jedoch die Auffassung, dass ein Arbeitsunfall vorliege. Es sei von einer betriebsbezogenen Tätigkeit auszugehen, weil es zu den Aufgaben des Verstorbenen gehört hatte, die Journalistin wie ein “Reiseleiter” zu begleiten. Neben der Vermittlung einer möglichst positiven Wahrnehmung des Unternehmens in der Öffentlichkeit habe es auch zu den Aufgaben des Pressesprechers gehört, gemeinsame Restaurant- oder Marktbesuche durchzuführen und die Journalistin bei Freizeitaktivitäten zu begleiten. Auch wenn das Baden in der Regel zum privaten, unversicherten Bereich gehöre, müsse hier von diesem Grundsatz eine Ausnahme gemacht werden. Denn der Verstorbene habe die Journalistin zumindest auch in Erfüllung der Anweisung seines Arbeitgebers begleitet. Somit habe er eine seinem Beschäftigungsunternehmen dienende Verrichtung ausgeübt.