Die Kostenübernahme durch eine Krankenkasse für einen Eingriff an einem gesunden Organ, wie hier dem Magen, durch die Anlage eines Magenbypasses, komme nur als letztes Mittel in Betracht. So das SG Düsseldorf (Az. S 27 KR 351/14).

Die 59-jährige Klägerin wollte, dass die Kosten für eine adipositaschirurgische Operation als Sachleistung durch die Krankenkasse anerkannt werden. Die Klägerin ist bei der Beklagten gesetzlich krankenversichert. Sie wiegt bei einer Körpergröße von 1,69 m 124 kg, was einem Body-Mass-Index (BMI) von 43,4 (BMI bei Normalgewicht: 18,5 bis 24,99) entspricht. Ihr gelang es trotz immer wieder durchgeführter Diäten, Ernährungsberatungen und sportlicher Aktivitäten nicht, eine anhaltende Gewichtsreduktion herbeizuführen. Es wurde ihr ärztlicherseits bescheinigt, dass die konservative Therapie bei ihr erschöpft und eine relevante Gewichtsreduktion nicht mehr zu erwarten sei. Daher beantragte die Klägerin bei ihrer Krankenkasse die Kostenübernahme für eine sog “bariatrische Operation”, d. h. die Anlage eines Magenbypasses. Die Krankenkasse lehnte dies unter Bezugnahme auf das negative Votum des medizinischen Dienstes der Krankenkassen (MDK) ab.

Das SG Düsseldorf entschied im Sinne der Klägerin. Ein Eingriff an einem gesunden Organ, wie hier dem Magen, komme nur als letztes Mittel in Betracht. Jedoch seien bei der Klägerin die konservativen Behandlungsmethoden erschöpft. Dies könne auch ein medizinisches Sachverständigengutachten feststellen. Es sei dafür nicht zwingend ein sechs- bis zwölfmonatiges ärztlich geleitetes und überwachtes sog. multimodales Therapiekonzept erforderlich, wie es die Krankenkasse der Klägerin voraussetzte, da ihr Übergewicht auch Krankheitswert habe und an ihrer Motivation zur Einhaltung der ärztlichen Vorgaben für das Ernährungsverhalten im Anschluss an die Operation keine ernsthaften Zweifel bestünden.